Content Marketing und SEO skalieren: Mit professionellen Übersetzungen

26. Januar 2015 von Ingo Gächter Veröffentlicht unter eCommerce/Magento, Know-how/Tipps&Tricks, Online Marketing/Social Media, TYPO3 Website, Intranet & Extensions Verschlagwortet mit , , , , , ,

Solange sich Content Marketing und SEO auf die heimischen Zielgruppen ausrichten, wird es kaum möglich sein, einen größeren Markt abzuschöpfen. Genau dies lässt sich aber mit professionellen Übersetzungen erreichen.

Vorteile durch Übersetzungen

Doch die möglichen Vorteile und sehr wahrscheinlich eintretenden Ergebnisse von Content-Übersetzungen reichen sehr viel weiter:

  • Unterstützt Linkaufbau: Hochwertiger Content, und das gilt auch für professionelle Übersetzungen, erhöht die Chance auf hochwertige Links.
  • SEO: Durch fremdsprachigen Content legen Sie den Grundstein für multinationale Links und damit internationale Reputation und Auffindbarkeit.
  • Keywords: Zusätzliche fremdsprachige Keywords helfen Google & Co, Ihren Content in einen größeren Zusammenhang einzuordnen und auch entsprechend anzubieten. Wenn Sie beispielsweise Gürtel verkaufen und Ihr Content auch die Begriffe belt (englisch) und ceinture (Französisch) umspielt, kommen Sie auch in die jeweilige nationale Auswahl.
  • Neues Publikum: Aus den neuen Lesern werden hoffentlich auch neue Kunden.
  • Neue digitale Beziehungen: Denken Sie auch an die fremdsprachigen Multiplikatoren wie Facebook- und Twitter-Nutzer, Blogger, Journalisten oder PR-Firmen, die Ihren neuen Content aufnehmen und weitertransportieren. Auch neue B2B-Kontakte entstehen nicht selten erst über das Medium “gemeinsame Sprache”.

Die Suchmaschine mit Muttersprache-Texten füttern

Die Idee ist nicht neu, aber offensichtlich noch immer nicht weit genug durchgedrungen in den Köpfen der Planer, Entscheider und Macher im Dunstkreis von SEO, SEM und Content Production: Muttersprache führt durch das Ohr (oder Auge) in die Herzen der Menschen (= Kunden) und damit hoffentlich in deren Portemonnaie.

Die Muttersprache ist für die meisten Menschen die Lieblingssprache, in der sie gerne kommunizieren, für viele Menschen sogar die einzige Sprache. Kommunizieren bedeutet: Informationen aufnehmen, verarbeiten und darauf reagieren.

Daraus ergibt sich folgende logische Gedankenkette:

  • Mit einem Content-Produkt erreiche ich eine gewisse Anzahl Interessenten, nämlich maximal diejenigen, die diese Sprache als Muttersprache sprechen, sowie diejenigen, die diese Sprache als zusätzliche Sprache beherrschen. Für deutschsprachigen Content sind dies vor allem Bewohner in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH), aber auch in Luxemburg, in den Niederlanden und Teilen von Frankreich, möglicherweise aber auch in den USA, in Polen, in Spanien, in Israel und in Skandinavien.
  • Durch eine Übersetzung in eine andere Sprache (zum Beispiel Englisch) erreiche ich weitere Interessenten, wobei es möglicherweise sogar Schnittmengen gibt zur ersten Interessentengruppe – das sind etwa diejenigen, deren Muttersprache zwar Englisch ist, die aber genügend Deutsch verstehen, oder deren Muttersprache zwar nicht Englisch ist, die aber lieber englische Texte lesen als deutsche. Dies könnte zum Beispiel auf Anwender aus Dänemark oder den Niederlanden zutreffen.Die Brücke zu diesen Anwendern bildet dabei, wie so oft, die Suchmaschine.
  • Generell gilt: Mehr Dokumente = (zumindest theoretisch) deutlich größere Chance auf mehr Präsenz.

  • Lokal gilt: Dokumente in der Landessprache werden eher gefunden und angeklickt als fremdsprachige, erzielen somit auch eine höhere lokale Präsenz.

Dabei muss man unbedingt im Hinterkopf behalten, dass hier auch lokale Versionen der Suchmaschinen und deren Filter eingesetzt werden.

Content ist mehr als nur Webseite

Wenn hier bisher meist allgemein von Content die Rede war, sollte man sich dennoch über die ganze Tragweite dieses Begriffes im Klaren sein. Denn Content bedeutet unter anderem:

  • Artikel

  • White Paper

  • Report

  • eBook

  • Kindle-Buch

  • Handbuch / Bedienungsanleitung

  • Infografik

  • Präsentation

  • Erklärvideo

  • Promotionvideo

  • Kurs

  • Newsletter

  • Tweet

  • Memes

Vorteile einer professionellen Übersetzung und Lokalisierung

Aus dieser Sicht ist irgendeine Übersetzung bereits besser als keine. Als eher trauriger Beleg dafür mag die Anzahl der teils hochpositionierten maschinenübersetzten Seiten gelten.

Aus Sicht des Anwenders sind solche Google-, Bing- oder sonstigen maschinellen Übersetzungen jedoch allenfalls kurzfristig erfreulich. Die anfängliche Freude kippt schnell in Ärger und Ablehnung, und spätestens hier wird es für den Content Anbieter kritisch. Denn im günstigsten Fall verschwindet der potenzielle Kunde einfach. Im schlimmsten Fall schließt er von der mangelhaften Textqualität gleich auf Ihre Unternehmensqualität und die Qualität Ihrer weiteren Produkte. Damit ist Ihre Marke zumindest bei diesem Kunden nachhaltig beschädigt – ein Imageverlust, den Sie nur schwer wieder ausbügeln können.

Wirklich überzeugen können Sie auf weiter Linie nur mit professionell übersetztem Content – und dies ist erst der Anfang. Der Content muss nicht nur sprachlich perfekt stimmen, er muss auch eine Menge weiterer Dinge berücksichtigen und widerspiegeln:

  • Unterschiedliche Sprachgewohnheiten: Die (vermeintlich) gleiche Sprache wird in unterschiedlichen Sprachgebieten unterschiedlich verwendet. Die deutsche Hefe heißt in Österreich Germ, aus der der britischen colour wird die amerikanische color, Australier in unterschiedlichen Regionen haben verschiedenen Vorstellungen davon, was denn nun eigentlich football, soccer oder rugby ist. Das denglische Wort Handy ist im angloamerikanischen Sprachraum nicht die übliche Bezeichnung für das mobile oder cell phone. Auch Satzstellungen und -konstruktionen weichen in den verschiedenen Sprachgebieten voneinander ab.
  • Unterschiedliches Fachwissen der Länder: Fachwissen ist nicht in allen Ländern gleichermaßen verfügbar. Hier kann es beispielsweise erforderlich sein, der Zielgruppe des anderen Landes weiterführende Informationen anzubieten.
  • Unterschiedliche fachliche Standards und Methoden in den Ländern: Entsprechendes gilt auch auf höherer fachlicher Ebene unter Experten.
  • Unterschiedliche kulturelle Gewohnheiten: Bei Nahrungsprodukten und/oder -informationen könnte es bedeutsam sein, ob jüdische oder muslimische Anwender angesprochen werden sollen, da diese besondere Speisevorschriften beachten (Koscher beziehungsweise Halal). Andere Länder feiern auch andere Feste. In Frankreich kennt man zum Beispiel auch den Großmutter-Tag, Nationalfeiertag ist dort der 14. Juli.
  • Unterschiedliche gesetzliche Vorgaben (Medizin, Recht, Verkauf, …): Auch wenn EU-weit bereits viele Vorgaben vereinheitlicht wurden, bleiben auf Länderebene noch immer zahlreiche national gültige Reglementierungen, und das in allen Lebensbereichen.
  • Unterschiedliche ökonomische Vorgaben: Wenn in einem Text die Rede von Euro-Beträgen ist, könnte dies einen US-Bürger irritieren. Hier ist zumindest ein erklärender Satz einschließlich einer ungefähr-Umrechnung sinnvoll. Wenn in einem Land keine Zahlung per PayPal möglich ist, sollten Sie dies auch nicht anbieten und entsprechende Passagen im Content anpassen.

Möglicherweise müssen sogar ganze Textpassagen neu formuliert werden, etwa bei Dokumenten mit rechtskräftigen Inhalten, oder wenn etwa ein bestimmtes Medikament im Zielland keine Zulassung hat, oder wenn dort ganz einfach andere Gegebenheiten herrschen. So ist zum Beispiel das halale Schächten in Deutschland aus Tierschutzgründen nur in Ausnahmefällen erlaubt, in Frankreich werden viele Rinder halal geschlachtet (knapp ein Drittel der Gesamtfleischproduktion), also ohne Betäubung. Es besteht dort auch eine entsprechende Nachfrage nach ausschließlich Halal-Fleischprodukten.

Aus dem Gesagten wird deutlich, dass hier nicht mehr nur von einer einfachen 1:1-Übersetzung die Rede ist, sondern von einer Lokalisierung.

Verzahnung von SEO und Lokalisierung

Der nächste Schritt ist nun die eigentliche SEO-Arbeit. Denn selbst ein sprachlich perfekter Text garantiert noch keine gute Platzierung.

Es müssen die lokal gesuchten Keywords und Keyword-Kombis ermittelt, analysiert und gewichtet werden. Dabei reicht es jedoch nicht aus, die originalen Keywords einfach nur zu übersetzen.

Denn wo deutschsprachige Anwender beispielsweise nur Ein- oder Zweiwort-Suchbegriffe verwenden, haben andere Anwender andere Suchgewohnheiten. Möglicherweise werden Sie bei der Keyword-Recherche auch herausfinden, dass bestimmte gängige Suchbegriffe des Ursprungslandes im Zielland in der einfachen Übersetzung nur eine untergeordnete Rolle spielen und dass stattdessen andere Begriffe wichtiger sind.

Idealerweise geschieht die Keyword-Recherche sogar bereits im Vorfeld oder zumindest im Teamwork mit der Übersetzung. Denn je nach Art des Contents müssen die Keywords nicht nur im Fließtext, sondern auch in Titel, Zwischenüberschriften, Bildunterschriften, Links, Alternativtexte und Tags eingebunden werden. Möglicherweise sind auch äußere Rahmenbedingungen (Menülänge, Größe von Eingabemasken oder Schaltflächen) mit zu berücksichtigen.

All dies erfordert viel Know-how, Fingerspitzengefühl und die nötige Ernsthaftigkeit. Je intensiver, zielgerichteter und professioneller Sie Ihren Content übersetzen (lassen), desto besser werden auch Ihre SEO-Maßnahmen greifen.

———————————————–

Gastbeitrag von Ljubica Negovec

Über die Autorin: Ljubica Negovec ist die Gründerin und Geschäftsführerin vom internationalen Übersetzungsbüro Allesprachen aus Graz mit Zweigstelle in Wien. Seit über 20 Jahren werden Sprachdienstleistungen auf höchstem Niveau. Vor Kurzem wurde dem Unternehmen das Bundeswappen der Republik Österreich verliehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ein Gedanke zu “Content Marketing und SEO skalieren: Mit professionellen Übersetzungen

  1. Content ist King war jetzt eine ganze Weile wieder etwas in den Hintergrund geraten. Aber das man mit vielen kleinen Rankings durch Suchmaschinenoptimierung das grosse ganze stärkt, schon alleine durch interne Verlinkung ist wohl der einen oder anderen SEO Agentur im Alltagstrott entschwunden. Es wird sich viel mehr aus Suchmaschinenmarketing mit AdWords konzentriert. Dabei steht die Nachhaltigkeit eher im Hintergrund.